Autorenarchiv

Echt, Endy, das war total abgefahr’n

Freitag, 07. August 2009

- eine nicht ganz so ernstzunehmende Rezension.

Da waren wir also. Öh, wo noch mal? Okay: „rewind“. Da waren wir also in so eine Art DISKO. Und da waren noch andere. Sonne schön draußen und wir drinnen, gucken raus. Und ich war ganz fertig, weil die alle so klug waren. Weinen musste ich aber nicht. Jedenfalls fing das an und die Frau – oh damn it, *räusper* - dieses Logo! Unbelieveable. Naja – Geschmackssache eben. Nett war sie jedenfalls. Der Knaller aber war, als die Menschen, die die Ohren spitzen sollten, reden wollten. Hihi. Wie war das noch? Wir reden über das geschriebene Wort und dann kam es: „Joaaa, aber wenn ich den Fernseher um halb zwölf nachts anmache, dann kommen da ganz tolle Sachen.“

Ja, nee, is klar!

Jedenfalls wars ganz nett, zu erfahren, dass in der Presse Blogger, Bloggerinnen und Twitterer und Twitterinnen (warum denke ich dabei eigentlich immer an zweigeschlechtliche?) als Gefahr angesehen werden und dass das Verhalten durch den Qualitätsverlust (hä, was?) der Papierliebhaber herrührt. Meine (hui) Theorie: Mitmachen ist toll, Gemeinschaften finden und ein bisschen Rumerzählen, was einem so in den ollen Kopp gekommen ist, ist viel besser, als das zu lesen, was anderen in den Kopp gekommen ist (weil der Blogger ist so schön normal). Außerdem, was ist denn schon Qualität? Qualität ist Meinungs-, Presse und Versammlungsfreiheit und damit eine wahrlich große Auswahl von „voll öde“ hin zu „was interessiert mich die Knutscherei von X mit Y“ über zu „tolles Feuilleton“ hin zu „das ist mir zu hoch“. Wahnsinn. Die Qualität liegt im Auge des Betrachters (oder des Lesers), und der hat die Wahl: Was zu ihm passt, das liest er auch. Qualität ist gefragt? Dann müssen wir die Qualität der menschlichen Mentalität und Moral vielleicht ein bisschen auf die Beine helfen. Aber jetzt mal ehrlich und jeder für sich: Ist nicht jeder von uns mal ein bisschen zu faul um schlau zu sein?

Im Osten lebt die Liebe

Montag, 11. Mai 2009

Nur eine kleine Unterhaltsamkeit für zwischendurch: Wer wissen will, wie sein Nachname sich in Deutschland so verteilt, kann hier nach schauen: http://www.verwandt.de/karten/

  verwandt.de

das Glück…

Sonntag, 30. November 2008

Um an die Thematik von John’s Artikel anzuschließen, möchte ich heute einmal ein sehRussellr nettes Buch - quasi „zum runter lesen“ - empfehlen. Dabei möchte ich zunächst auf den Schriftsteller hinweisen, der beachtungswerte politische Aktionen gestartet hat, dennoch eher unbekannt in der Politik bzw. Politikwissenschaft ist. Er ist ein philosophischer Mathematiker, der ins Gefängnis gekommen ist, weil er gegen den Krieg demonstriert hat. Er hat viele Frauen gehabt, weil er die Liebe geliebt hat und sie als eines der wahren Dinge des menschlichen Daseins gehalten hat. Er hat 1950 den Literatur-Nobelpreis erhalten und ist – meiner Meinung nach – seiner Zeit einwenig voraus gewesen. Er hat eine literarische Eigenart, über die ich schmunzeln muss, wenn ich lese:

 ”Ab und zu einmal sieht man [in New York] eine Wagenladung voll farbiger Ausflügler, bei denen es vergnügt zugeht; durch ihr formloses Benehmen erregt sie aber sogleich den allgemeinen Unwillen und fällt gewöhnlich, weil die Sache mit einem Zusammenstoß endet, der Polizei in die Hände: Lebensfreude an freien Tagen verträgt sich nun einmal nicht mit dem Gesetz.“

aus: „Eroberung des Glücks – Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung“

Es sei hinzuzufügen, dass diese Worte 1930 erstmals in Buchform den Menschen zugänglich gemacht worden ist! Aber auch einzelne Zitate von Bertrand Russell, die in der Welt herumschwirren, sind sehr treffend:

„The time you enjoy wasting ist not wasted time“ oder „Manche Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es!“

Muß die Flasche denn grün sein?

Freitag, 31. Oktober 2008

Als Motzi gehört es zu meiner Aufgabe zu motzen. Und eines stört mich völlig: Werbung. Oder besser gesagt: Schlechte Werbung. Das wäre früher, als ich noch nicht einmal auf dieser Welt geweilt habe, bestimmt nicht anders gewesen. Was aber anders geworden ist, ist dass die Werbung von früher, beinahe schon als Kunst tituliert werden könnte. Wenn man sich einmal anschaut, was da so früher im Umlauf gebracht worden ist - um Karline bei der Wohnungsfreude zu unterstützen :-)

 https://alte-werbung.de

Der motzende Buddha-Laie

Montag, 27. Oktober 2008
Buddha Figur

Buddha Figur

Nicht, dass ich hier nun mein Privatleben präsentieren möchte. Dazu hatte ich gestern eine zu lange und gute Diskussion mit meinem Onkel, über die Menschen, die durch die verlockende virtuelle Vision ihr Vorstellungsvermögen abhanden gekommen ist, dass im Prinzip jeder Mensch der Welt auf diesen Text hier nun zugreifen kann und mit Übersetzungshilfen das auch alles verstehen könnte. Das menschliche Vorstellungsvermögen, was Menschenmassen angeht, reicht ja leider nur von den eigenen vier Wänden bis New York und wieder zurück. Jedenfalls ist das ja alles eine Art von Entblößung, die ja nur mit der Tastatur und mit dem Bildschirm materiell wird.

Es ist die Liebe vom Blogger zu seinem Blog, die ihn vorwärts treibt. Also eine Art von Selbstliebe wegen der Selbstdarstellung, dass impliziert das ja nun mal leider. Wie auch immer. Als ich letzt da so stand, in meiner feinen Küche und mein Abwasch tätigte, hörte ich plötzlich Gebrüll. Männliches Gebrüll. Hihi, dachte ich, des Nachbar’s Wut ;-) und spähte aus dem Fenster mit dem Küchenhandtuch und dem Teller in der Hand.

Die Menschen sind ja meist verliebt in ihre Errungenschaften, ob materiell oder immateriell bzw. virtuell. Und zwar besonders dann, wenn es „vorwärts bringende“ Dinge sind, wie eben der Blog den Blogger oder der Oldtimer den Fahrer. Und so bringe ich das reale in das virtuelle Leben. Vor unserem lieblichen Hause hatte jedenfalls ein Pärchen mittleren Alters mit ihrem Flitzer wohl den Oldtimer vom Jungspund angehaucht und der fluchte wie wild daher. Ich fand das so witzig, das ich mir weiter das Hin und Her angucken musste. Obwohl ich ja von mir selbst behaupte, kein schaulustiger Mensch zu sein. Nachdem der Jungspund einige Male um seinem Wagen herum gesprungen ist, sich wieder beruhigte, da guckte die nicht-fluchende Frau nur erstaunt dem davon brausenden Auto hinter her. Ich selbst bin froh, dass ich als Motzi, der buddhistischen Lehre verfallen, den Buddha immer bei mir und in mir habe, dass impliziert es eben. So konnte ich den motzenden Herren und die erstaunte Dame sehr gut verstehen.

Motzi’s Filmtipp: The Visitor

Montag, 06. Oktober 2008
The Visitor - Der Besucher

The Visitor - Der Besucher

Die meisten Besucher, die wir kennen, gehen durch den Türrahmen hinein in unsere Gemächer und nach einem Tee oder einem Teller gutem Essen wieder hinaus. Manche von ihnen fühlen sich so wohl, dass man sich nicht mehr als Gastgeber sondern als Gast fühlt. Es gibt aber auch andere Arten von Besucher. In unserer Gesellschaft werden sie aber nicht Besucher genannt, sondern Flüchtling oder Asylsuchende. In dem Film von Thomas McCarthy The Visitor geht es um Besucher, die besonders, aber nicht anders sind.

Durch den Tod seiner musikliebenden Frau ist Professor Walter Vale (Richard Jenkins - auch zu sehen im neuen Coen Film “Burn After Reading”) in Lethargie gefallen und soll des Berufes wegen nach New York. Angekommen in seinem eigenen Appartment, erlebt er hier wahre Schrecksekunden: Der Syrer Tarek (Haaz Sleiman) und die Senegalesin Zainab (Danai Gurira) haben sich in seiner lange unbesuchten Wohnung eingenistet -  nicht wissend, dass dies eigentlich Walter’s Appartment ist. Nachdem die Situation geklärt worden ist, gehen Tarek und Zainab auf die Straße hinaus, Walter folgt ihnen und nimmt die beiden bei sich auf.

Während Walter versucht, sich auf die stattfindende Konferenz zu konzentrieren, linst er immer wieder ins Leben von Tarek. Denn der ist Spieler einer Djembé und durch die Musik und dem Rythmus beginnt Walter  wieder Freude zu empfinden. Tarek, der das erkennt und einen lebensfrohen Charakter besitzt, zeigt seinem älteren Freund, wie die Djembé zu spielen ist. So lernt Walter das Trommeln.

Diese ungewöhnliche und schöne Freundschaft wird jedoch urplötzlich zerrissen, als Tarek festgenommen wird. Zu Hause erzählt Walter den Vorfall Zainab. Unter Tränen erklärt sie Walter, dass Tarek und sie sich in New York illegal aufhalten. Walter versucht, Tarek aus der Abschiebehaft heraus zu bekommen, um seinem Freund ein Leben in Amerika zu ermöglichen. Doch urplötzlich steht Tarek’s Mutter (Hiam Abbass) vor Walter’s Tür, und die Geschichte nimmt einen anderen Lauf als erwartet…

Dieser Film hat eine eigene melancholische Atmospähre. Warme Farben, warme Musik und traurig-schöne Freundschaften. Dieser Film handelt von Einsamkeit und Traurigkeit in einem finanziell und matriell guten Leben, und Fröhlichkeit und Zusammenhalt an einem stets gefährlichen Ort, der eine Liebe zerreißen kann. Wer jedoch der Besucher sein soll, ist für mich persönlich offen geblieben: Ist es Walter, der als Besucher einen Einblick in Tarek’s Leben erhält und dadurch wieder leben kann? Oder ist es Tarek, der als Besucher in einem anderen Land ist und Walters Leben kennenlernen konnte? Doch ganz gleich, wer der Besucher ist: Der Film stellt auf eine wirklich schöne Art und Weise die gegenseitige Abhängigkeit von Jugend und Alter, Fremdsein und Heimat, Freund und Feind, Liebe und Schmerz dar. In diesem Film verschmilzt alles zu einem und ist daher sehr empfehlenswert!

Überlebt, um zu singen

Montag, 18. August 2008

Jal liveEmmanuel Jal ist Musiker. Aber er ist kein gewöhnlicher Musiker. Dass er die Musik zu seinem Beruf machen konnte, verdankt er dem Überleben, einer   Entwicklungshelferin und natürlich seinem Talent. Der aus dem Sudan stammende Musiker wurde gezwungen, als Kind zum Soldaten zu werden. „Warchild“ heißt sein Album, das nicht nur politisch sehr beeindruckt.

Seine Texte, die er vorwiegend in Englisch geschrieben hat, sind von klarer Sprache. So wird es einfacher für die Hörer, seine Geschichte zu verstehen.

Seine Musik gehört zum HipHop, und ist doch irgendwie anders, wenn er singt: “I believe I’ve survived for a reason to tell my story, to touch lives”.

Es ist ein eigener Stil, es ist Emmanuel Jal. Fest steht, dass er nicht in die Kategorie von Musikern gehört, die sich dazu verpflichtet haben, sich selbst und die eigene Goldkette repräsentieren zu müssen. Songs wie „Warchild“, „Baaki Wara“ und „Emma“ sind es alle Mal wert, zumindest einmal in sein neues Album reinzuhören.

„Warchild“ und „Baaki Wara“ handeln von zwei verschiedenen Arten des Krieges. „Emma“ hingegen ist ein Track, den er für eine Entwicklungshelferin geschrieben hat, der er in Kenia begegnet ist. Sie war die Person, die ihn nach seiner Flucht aus dem Sudan an die Musik heran führte. Und dies ist sein Dankeschön dafür.

http://www.emmanueljal.org/

eure motzi

LHC - Lartsch Hädron Kollaidoor…

Montag, 28. Juli 2008

… oder: Lieben Heißt Collidieren. Aber fangen wir von vorne an: Weder bin ich ein Physiker, noch bin ich ein Astronom. Eines ist jedoch klar: Ich bin völlig fasziniert. Jeglicher Klatsch und Tratsch über das von Menschenhand geschaffene Riesen-Technik-Apparat-Ring-Dingsda-Monstrum von ca 28 km Länge geht mir vöööllig ab. Ich - liebe einfach nur.

Eines jedoch, wem danach sinnt meine Liebe zu verstehen, ist wichtig zu wissen: Wenn wir was wissen wollen, dann müssen wir nur warten auf die Wissenschaft (die hat ihr Haupthirn in CERN, dass in der Schweiz bzw. in Frankreich aktiv ist) - und die braucht heute (!) nur noch 10 Tage und dann wissen wir, ob wir was wissen. Das klingt auf den ersten Blick erst mal kompliziert - ist es auch! Die Theoretiker, Praktiker, Physiker, Mathematiker, Chemiker und LKW-Fahrer, die am LHC (eigentlich heißt es “Large Hadron Collidor” oder für unsere Nicht-Physik-Englisch-Sprechenden: “Großer Hadronen Beschleuniger”) gearbeitet haben, gedenken uns zurück zu katapultieren bis zur Entstehung des Universums oder vielmehr dem Moment der Entstehung des Universums. Also, was ich meine, oder was die Wissenschaftler meinen: Sie werden den Urknall nachahmen - wenn alles gut läuft. Das ist natürlich sehr schwindelerregend, wird ja aber nur im LHC stattfinden.

Zurück zum Wissen: Das Problem des Beschleunigers ist, dass er - wie so üblich in der Physik - die Theorie überprüfen soll. Und da gibt es natürlich so einige Wissenschaftler, die da mitmischen. Es gilt, Neues zu entdecken. Und das Neue wird uns über die alten Theorien aufklären und wird gleichzeitig veranlassen, dass wir uns erneut Fragen stellen müssen. Das heißt, dass wir bald, wenn der LHC an den Start gegangen ist, wieder einen neuen bauen können -  und somit werde ich bereits jetzt schon im Geiste dem guten alten LHC 2008 untreu ;-)

http://www.lhcountdown.com/

eure motzi